Das wichtigste an einem guten Witz sind Timing und eine gute Pointe. Wenn man diese zwei Aspekte beachtet kann eigentlich nix mehr schief gehen. Das haben sich wohl auch die Köpfe hinter der Brillenwerbung  zum Volks Spartarif von brillen.de gedacht und sich einen Spot zum aktuell anstehenden Bundestagswahlkampf ausgedacht. Das Timing könnte also eigentlich gar nicht besser sein. Dennoch erscheint der Spot irgendwie fehlplatziert. Dies könnte daran liegen, dass vom echten Wahlkampf medial noch so gut wie gar nichts zu spüren ist. Wir verstehen den Spot, aber können ihn dann doch nicht so ganz nachempfinden. Da hilft es auch nicht, dass der Protagonist mit dem Charme eines überarbeiteten Physiklehrers optisch an Martin Schutz erinnern soll. Wahlkampfstimmung kommt trotzdem nicht auf. Das Timing der brillen.de Werbung ist also eigentlich in der Theorie gar nicht so schlecht, aber in der Praxis völlig misslungen.

Der Sehkraftminister ist wohl Physiklehrer

Wer ist das Volk?

Der zweite Aspekt ist die Pointe. Das Volk will günstige Brillen und warum sollte man da woanders mehr bezahlen. Wollen wir aber zu dem Volk gehören, dass in dem Werbespot gezeigt wird? Sehen wir uns als Teil dieser merkwürdigen Menschen? Wirken sie nicht sogar etwas dumm, laut und unbeholfen? Schreien wir laut mit oder sind wir eigentlich gar nicht das Volk und wollen gar keine Brille von brillen.de? Auch nicht für 14 Euro monatlich, das wären nämlich 28 Mark, was wiederum ganze 56 Ost-Mark wären.

Sind wir Das Volk?

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